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Unerhörtes

Wenn wir akzeptieren, dass jeder Mensch immer nur der sein kann, der er zu einem bestimmten Zeitpunkt durch die Umstände nun einmal sein muss, erlangen wir ein nie dagewesenes Maß an Verständnis für das Verhalten unserer Mitmenschen.

Und das betraf nicht nur das Verhalten anderer, sondern auch mein eigenes. Weil ich verstanden hatte, dass auch ich unter anderen Umständen eine vollkommen andere Persönlichkeit entwickelt hätte, wurde aus meinem Stolz Zufriedenheit und aus meinen Selbstvorwürfen Akzeptanz.
Nur die kleinste Änderung in meiner frühkindlichen Biografie, und ich wäre in einer vollkommen anderen Umwelt zu einem ganz anderen Menschen herangewachsen.

Wie sollte ich vor diesem Hintergrund also noch stolz auf das sein, was ich kann? Und auf welcher Grundlage könnte ich mir Vorwürfe dafür machen, der zu sein, der ich zwangsweise geworden bin?

Wie könnte man aus dieser Sicht einem Alkoholiker ernsthaft Vorwürfe für seine Krankheit machen, wenn er sich niemals aktiv dafür entschieden hat, Trinker zu werden? Was berechtigt uns also dazu, schlechter situierte Mitmenschen zu verachten?

Philipp Möller - Isch geh Schulhof

31.3.13 19:29


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